Wissenswertes rund um die optimale Raumtemperatur im Büro

Die ideale Temperatur am Arbeitsplatz ist ein Kompromiss aus arbeitsrechtlichen Bestimmungen und den Absprachen unter Kollegen. Vor allem in Großraumbüros kommt es angesichts der unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter regelmäßig zu Konflikten. Einige Erkenntnisse über die Einflüsse von Temperatur und Raumklima auf Befindlichkeit und Produktivität können bei der richtigen Wahl helfen. Letztlich geht es bei der Büroorganisation nicht nur um den passenden Bürostuhl und den zugehörigen Schreibtisch, sondern gleichermaßen um sinnvolle klimatische Bedingungen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Temperaturen im Büroraum und Raumklima
    • Temperatur am Arbeitsplatz
    • Raumklima im Büro
  2. Die gesetzlichen Richtlinien zur Temperatur im Büro
    • Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
    • Pflichten des Arbeitgebers
  3. Produktivität und Raumklima
    • Konzentration und Arbeitsfähigkeit
    • Vorbeugende Maßnahmen
  4. Fazit: Raumtemperatur im Büro

Temperaturen im Büroraum und Raumklima

Temperatur am Arbeitsplatz

Raumtemperatur im Büro

Frieren im Büro aufgrund von zu hoch eingestellten Klimaanlagen ist Ihnen vermutlich ebenso bekannt wie überwärmte Räume dank übermäßiger Heiztemperaturen. Das Wohlbefinden während der Arbeitstätigkeit hängt jedoch ganz entscheidend von einer sinnvollen Temperatur im Büro ab. Unter optimalen Bedingungen haben Sie jederzeit die Möglichkeit, den Wärmegrad nach Ihren Wünschen anzupassen. In Räumlichkeiten, die nicht allein von Ihnen genutzt werden, ist eine Berücksichtigung der Interessen aller Arbeitnehmer relevant.

Hierbei ist es hilfreich, einige Fakten zur Temperaturwirkung im Hinterkopf zu haben. Eine Faustregel besagt, die optimale Raumtemperatur im Büro sei daran erkennbar, dass sich niemand an ihr stört. Andernfalls wird sie zum Stressor, der sich negativ auf die physische oder psychische Befindlichkeit auswirken kann. Ein zu warmer Raum führt langfristig zu vielfältigen Symptomen, darunter Kopfschmerzen, allergische Reaktionen, Ermüdung bis hin zu einem geschwächten Immunsystem. Permanentes Frieren im Büro hingegen kann eine erhöhte Infektanfälligkeit aufgrund der verminderten Durchblutung nach sich ziehen.

Raumklima im Büro

Nicht nur die Temperatur im Büro ist entscheidend, sondern darüber hinaus das gesamte Raumklima. Es setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, von denen die Temperatur nur eine ist. Hinzu kommen Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung und Luftqualität sowie die Art der Arbeitstätigkeit vor dem Hintergrund ihres Schweregrads. Wenn Sie in Ihrem Büro lediglich sitzende Tätigkeiten verrichten, haben Sie einen anderen Anspruch an das Raumklima als ein körperlich schwer arbeitender Kollege. Auch die Außentemperaturen beeinflussen die Raumtemperatur im Büro und wirken sich entsprechend auf die Arbeitsleistung aus.

Wenn Sie ein Büro einrichten wollen, sollten Sie demnach nicht nur an die Anschaffung von Büromöbeln denken, sondern bei Bedarf auch an eine hochwertige Klimaanlage. Bei dieser sind wiederum bestimmte Richtwerte zu berücksichtigen, um die Luftgeschwindigkeit gering zu halten. Andernfalls entsteht Zugluft, die häufig zu muskulären Verspannungserscheinungen führt. Hinsichtlich der Luftqualität (Luftgüte) ist auf regelmäßigen Luftaustausch durch Lüften zu achten. Auch eine Begrünung des Büros durch Pflanzen ist für das Raumklima hilfreich.

Die gesetzlichen Richtlinien zur Temperatur im Büro

Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)

Raumtemperatur im Büro

Im Rahmen des Arbeitsschutzes für Beschäftigte gibt es zugehörige Schutzgesetze, deren Einhaltung verbindlich ist. Die Raumtemperatur im Büro wird in der Arbeitsstättenverordnung geregelt. Die Leitung eines Unternehmens muss sich an bestimmte Vorgaben halten, die dem Erhalt der Gesundheit der Mitarbeiter dienen. Hinsichtlich der Temperatur im Büro ist die Herstellung eines gesundheitlich zuträglichen Klimas Vorschrift. Bei Räumlichkeiten ohne eine für den Betriebsablauf erforderliche Temperatur bemessen sich die einzuhalten Werte an der Schwere der Tätigkeit und der damit verbundenen Körperhaltung (Gehen, Stehen, Sitzen).

Als Richtwert liegt beispielsweise eine optimale Temperatur im Büro bei 22 Grad Celsius. In Bezug auf die Luftfeuchtigkeit gelten ungefähr 50 Prozent als angemessen. Abweichungen sind durch die individuellen und einvernehmlichen Bedürfnisse der Beschäftigten möglich. Problematisch wird es beispielsweise ab 28 Grad Celsius. Hier sinkt die Leistungsfähigkeit sukzessive. Bei Temperaturen deutlich über 30 Grad Celsius ist ein konzentriertes Arbeiten klar erschwert.

Pflichten des Arbeitgebers

Der Gesetzgeber legt fest, dass die Temperatur im Büro nicht höher als 26 Grad Celsius sein sollte. Wenn dieser Wert jedoch faktisch erreicht wird, bedeutet dies für den Mitarbeiter noch keine Legitimation der Arbeit fernzubleiben. Erst ab 30 Grad Celsius ist der Arbeitgeber explizit in der Handlungspflicht. Er hat hier verschiedene Optionen, das Wohlbefinden des Arbeitnehmers zu gewährleisten. Effektive Möglichkeiten sind unter anderem das Anbringen eines Sonnenschutzes in Form von speziellen Schutzverglasungen oder die Installation von Markisen sowie die Bereitstellung von Trinkwasser. Bei einer Temperatur im Büro ab 35 Grad Celsius ist der Dienstherr verpflichtet, andere Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen oder für einen angemessenen Wärmegrad zu sorgen. Andernfalls sind ernsthafte gesundheitliche Folgen (Herz-Kreislauf-System) möglich. Bei der Anschaffung von Kühlsystemen für die Büro-Räumlichkeiten muss der Arbeitgeber die aktuell gültige europäische Norm zur Lüftung sogenannter Nichtwohngebäude einhalten. Sie gewährleistet ein gesundes Raumklima nach wissenschaftlichen Standards.

Produktivität und Raumklima

Konzentration und Arbeitsfähigkeit

Raumtemperatur im Büro

Um sich ideal bei der Arbeit konzentrieren zu können, ist die Raumtemperatur ein wesentlicher Indikator. Die geistige Leistungsfähigkeit wird maßgeblich sowohl positiv als auch negativ durch die Temperatur beeinflusst. Grundsätzlich sind Bedingungen mit etwas kälterer Raumluft physiologisch günstiger als mit wärmerer. Das liegt maßgeblich an der Sauerstoffversorgung des Gehirns, die in einem kühleren Raum eher gewährleistet ist als in einem überwärmten. Allerdings unterscheiden sich Frauen von Männern deutlich, zumindest vor dem Hintergrund von Leistungstests. Bei etwas wärmeren Temperaturen sind die meisten Frauen leistungsfähiger als Männer

Eine gegenläufige Reaktion zeigen Männer bei leicht niedrigeren Graden. Als Ursache für diese Differenz wird der unterschiedlich arbeitende Stoffwechsel vermutet. Generell sind jedoch Abweichungen in keiner der beiden Richtungen förderlich und demnach nicht empfehlenswert. Darüber hinaus sind Menschen in ihren Bedürfnissen sehr unterschiedlich. Was für Sie persönlich angenehm ist, kann für Ihren Kollegen bereits zu kalt oder warm sein.

Vorbeugende Maßnahmen

Um auch bei schwankenden oder von den eigenen Vorlieben abweichenden Temperaturen im Büro möglichst produktiv zu bleiben, können Sie einiges selbst tun. Achten Sie auf regelmäßiges Lüften während Ihrer Arbeitszeit. Stellen Sie sich notfalls alle ein bis zwei Stunden einen Erinnerungstimer, Sie werden die Verbesserung der Raumluft merken. Stehen Sie zwischendurch für kurze Momente vom Tisch auf und bewegen sich etwas. Das kann ein Umherlaufen oder Strecken sein.

Wichtig ist ein Positionswechsel, der den Kreislauf in Schwung bringt, eine ideale Möglichkeit vor allem auch für Menschen, die schnell frieren. Wenn die Temperaturen unangenehm warm werden, trinken Sie regelmäßig und ausreichend. Sie werden sich besser konzentrieren und auf die Arbeit fokussieren können. Setzen Sie sich außerdem möglichst nicht in die unmittelbare Sonne. Viele Büros haben Fenster, die keinen Sonnenschutz gewähren und Sie der unmittelbaren Sonnenwärme aussetzen. Sorgen Sie für einen schattigen Platz, der Ihnen ein möglichst angenehmes Arbeitsklima bietet.

Fazit: Raumtemperatur im Büro

Eine wohltuende Raumtemperatur im Büro ist nicht allein ein Luxus, den sich Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit wünschen. Die Grundlagen sind in Form von Richtwerten und Normen gesetzlich verankert und dienen dem Schutz der Angestellten. Sie wirken sich langfristig positiv auf Gesundheit, Wohlbefinden und nicht zuletzt eine produktive Arbeitsweise aus. Wer in einem vorteilhaften Raumklima arbeitet, steht dem Arbeitgeber mit entsprechender Leistung zur Verfügung. Optimale Temperaturbedingungen sind zentraler Bestandteil einer gesunden Arbeitsplatzgestaltung.

Sie berücksichtigen die begrenzten Ressourcen des Menschen und die Belastbarkeit des Körpers. Die Einhaltung der Richtlinien des Arbeitsschutzes durch ein optimiertes Raumklima entlastet die Mitarbeiter und dient der Aufrechterhaltung der Gesundheit. Der Arbeitgeber profitiert durch eine geringere Anzahl von Krankheitstagen und eine höhere Arbeitszufriedenheit bei den Angestellten.